Kunst- und Handwerksgeschichte zum Anfassen

Projekte, Schulleben

Überraschend und kurzfristig hat sich für die Klasse der Silberschmiede eine Gelegenheit ergeben, die man ohne Übertreibung historisch nennen kann, und das in zweifacher Hinsicht: zum einen ist die Gnadenkapelle in Altötting ein geschichtsträchtiger Ort, zum anderen wird es wohl Jahrzehnte dauern, bis ihr innerstes Heiligtum, das sogenannte Oktogon wieder einer umfassenden Sanierung unterzogen werden wird.
Damit diese Sanierung überhaupt möglich wird, haben wir mitgeholfen, die zahllosen silbernen Votivgaben und Ornamente, die sich im Lauf von über 500 Jahren dort angesammelt haben, kenntnisreich und sicher auszubauen, zu dokumentieren und einzulagern.
Das Glanzstück darunter ist sicherlich die lebensgroße und auch lebensschwere Silberfigur des 10jährigen Kurprinzen und späteren Kurfürsten Maximilian III Joseph. Sein Vater, Karl Albrecht, hat sie 1737 zum Dank für die Heilung seines Sohnes von einer schweren Krankheit gestiftet.  

Diese prachtvolle Rokkokofigur aus der Nähe, von hinten, sogar von innen zu sehen und dem Hofsilberschmied Wilhelm de Groff nach 285 Jahren „auf die Finger zu schauen“ war für uns alle ein großartiges Erlebnis. 
Aber auch sonst konnten wir viel lernen, zum Teil in luftiger Höhe auf dem Gerüst, in diesem zum Teil über 1000 Jahre alten Bau.  Nebenbei waren zwei strahlende Tage vor der barocken Kulisse des Kapellplatzes eine mehr als willkommene Gelegenheit nach zwei exkursionsarmen Jahren wieder einmal gemeinsam etwas zu unternehmen.
Wir danken dem Förderverein unserer Schule und der Bischöflichen Kapelladministration für die großzügige Unterstützung dieser Fahrt.
Johannes Borst